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    »Reiche Städte unter ihren Möglichkeiten«

    »Reiche Städte unter ihren Möglichkeiten«

    17.05.2013

    Keine Wende zum Besseren
    bei der Finanzierung von Kultur in den Kommunen

    »Keine Wende zum Besseren sondern einen weiteren Rückschritt bei der Kulturfinanzierung« stellt die Kunst- und Kulturbeauftragte der ver.di, Regine Möbius, auf Grundlage des diesjährigen Kulturratings durch die Gewerkschaft fest. Im Vergleich zum Basisjahr 2000 und im Vergleich zum vorherigen Jahr gibt es deutliche Verschiebungen innerhalb der Rangskala der ausgewählten Städte.  »Die Entwicklungen zum Beispiel in Frankfurt/M. und die dort vorgesehene  Kürzung der Ausgaben für Theater und Bühnen sind ein dramatisches Warnsignal«, so Möbius.

    Zum »Tag der kulturellen Vielfalt« der UNESCO wird auch in diesem Jahr eine Bewertung der Kulturfinanzierung der öffentlichen Hand vorgelegt. Die Kunstfachgruppen in der Gewerkschaft ver.di haben in Zusammenarbeit mit Michael Söndermann vom Arbeitskreis Kulturstatistik e. V. ein Ratingsystem entwickelt, dass es möglich macht, Kulturausgaben der öffentlichen Hand in ausgewählten Städten miteinander zu vergleichen. Ausgehend vom Basisjahr 1999/2000 wurde eine Kennzahl ermittelt, die ein Ranking ermöglicht. Die Ausgaben der Kommunen für Kunst und Kultur als kulturelle Daseinsvorsorge werden an den Möglichkeiten durch die jeweilige Bruttowertschöpfung gemessen.

    Ein Vergleich der statistischen Werte für den Bereich der Theater, Bühnen, Orchester und Bibliotheken für 2010 und 2011 zeigt dass, insbesondere reiche Kommunen wie Frankfurt/M. und München deutlich unter Ihren Möglichkeiten liegen. Die Spitzenreiter des vergangenen Jahres Freiburg, Stuttgart und Kiel sind ins Mittelfeld abgerutscht, während Düsseldorf  und Cottbus sowie Ulm sich nach oben gekämpft haben.

    Im Schlussfeld liegen immer noch Dresden und Potsdam, während Leipzig ins Mittelfeld aufgestiegen ist. »Ich fordere die verantwortlichen Politiker auf«, so Möbius, »für die Kultur mindestens das zu leisten, was ihnen im Vergleich zur Bruttowertschöpfung möglich wäre«.

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    Die Medieninformation der Kunst- und Kulturbeauftragten der ver.di, Regine Möbius, vom 17. Mai 2013 und die tabellarische Übersicht mit den Einzelheiten zum Kulturrating 2013 sind als pdf-Dateien hier eingestellt.

    Pressekontakt

    Heinrich Bleicher-Nagelsmann ver.di – Bereich Kunst und Kultur
    TEL +49.30.6956-2327  |  e-Mail kulturpolitik@verdi.de