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    Deutschen Welle: 600 Beschäftigte protestieren

    Deutschen Welle: 600 Beschäftigte protestieren

    15.12.2014

    Rund 600 Beschäftigte der Deutsche Welle (DW) haben am heutigen Montag in Berlin mit einer Demonstration ein starkes Signal für den Erhalt der Sprach- und Programmvielfalt des Auslandssenders gesetzt. »Die Gewerkschaften und Beschäftigten werden es nicht zulassen, dass die Welle in ihrer Vielfalt und Reichweite zum Opfer einer fixen Idee von einem rein englischsprachigen Elitesender wird«, sagte Wolfang Uellenberg-van Dawen (ver.di), Vertreter der Gewerkschaften im DW-Rundfunkrat.

    Uellenberg-van Dawen warnte vor einer Verengung des Programmangebots, die nicht mehr der Aufgabenplanung durch den Bund entspräche. Gerade die muttersprachlichen Angebote dienten wesentlich der Information der Bevölkerung in Ländern, in denen die Pressefreiheit von der Regierung eingeschränkt werde: »Es gehört auch zur deutschen Verantwortung, in den Dialog mit der Zivilgesellschaft zu treten. Das ist die Aufgabe, die der Bund für die Deutsche Welle klar beschreibt«, so Uellenberg-van Dawen. Für die Erfüllung dieser Aufgabe müssten genügend Mittel bereit gestellt werden.

    Bei der DW soll im Rahmen eines weitreichenden Umbaus der Programmschienen ein englischsprachiger Kanal aufgebaut werden. Da die steuerfinanzierte DW seit Jahren unter chronischer Unterfinanzierung leidet, könnten im Gegenzug Programme in Deutsch, Spanisch, Arabisch und zehn weiteren Sprachen an den DW-Standorten in Berlin und Bonn eingestellt werden. Auch betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen, so Intendant Peter Limbourg. Die Beschäftigten hatten dagegen in Berlin unter dem Motto »Wir lassen uns nicht abschalten« protestiert.

    Personalräte und ver.di-Betriebsverbände, unter anderem vom Rundfunk Berlin-Brandenburg, dem Deutschlandradio und dem saarländischen Rundfunk, solidarisierten sich mit dem Protest der DW-Beschäftigten.

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