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    Verleger mit Angeboten nahe der Nulllinie

    Verleger mit Angeboten nahe der Nulllinie

    10.03.2016

    Zweite Tarifrunde Tageszeitungen ergebnislos beendet – Verleger mit Angeboten nahe der Nulllinie

    Die zweite Verhandlungsrunde für die rund 14.000 festen und freien Journalistinnen und Journalisten in Tageszeitungen ist heute in Frankfurt/Main ergebnislos beendet worden, nachdem die Arbeitgeberseite, der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), ein Angebot vorgelegt hat, das 36 Monate bis Ende 2018 laufen und kaum messbare Gehaltssteigerungen bringen soll.

    Der BDZV bietet eine Tariferhöhungen um 0,8 Prozent zu Juli 2016 an. Also nach sechs Nullmonaten ohne Lohnerhöhung. In 2017 und 2018 soll es weitere Erhöhungsschritte um jeweils
    0,8 Prozent geben. Diese vorgelegten Einkommensangebote machen durch die Nullmonate effektiv 1,6 Prozent mehr Gehalt in drei Jahren aus. Für die Zeitungsverlage im Norden (Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) sollen, nach Vorstellung des BDZV, die Tariferhöhungen sogar um weitere sechs Monate später erfolgen, also erstmals Januar 2017 eine Erhöhung um 0,8 Prozent stattfinden.

    »Mit diesem Angebot ist erkennbar – die Verleger wollen auch für die nächsten drei Jahre versuchen die Redakteurinnen und Redakteure von der Einkommensentwicklung in Deutschland abzukoppeln. Das ist ein Ausdruck von Respektlosigkeit gegenüber der Leistung und dem Engagement von Journalistinnen und Journalisten. Wir sind angetreten, um angesichts jahrelang unterdurchschnittlicher Tarifentwicklungen eine Trendwende zu erreichen. Daran halten wir fest«, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke.

    Teil eines Gehaltsabschlusses soll aus Sicht der Verleger ebenfalls werden, dass die Berufsjahresstufen für Neueingestellte verlängert werden, also der bisherige Anspruch auf eine Gehaltssteigerung nach vier, acht oder 14 Jahren um jeweils ein, zwei und gar drei Jahre heraus gezögert wird. Was zu deutlichen Einkommenseinbußen für junge Journalistinnen und Journalisten führen würde.

    Die Tarifverhandlungen werden am 19. April 2016 in Berlin fortgesetzt.

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