Konferenz 2011

    Gleichstellungspolitik

    Resolution

    Ökonomisch Unabhängig: Schlüssel zur Gleichstellung

    Resolution
    der Bundesfachbereichskonferenz Medien, Kunst und Industrie
    am 16./17. April 2011 in Berlin

    Ökonomische Unabhängigkeit
    ist der Schlüssel zur Gleichstellung

    Der Bundesfachbereich Medien, Kunst und Industrie wird aufgefordert, alle Beschäftigten im Organisationsbereich des Fachbereiches Medien, Kunst und Industrie aufzurufen, sich für Frauenrechte einzusetzen und für die gewerkschaftlichen Ziele von Lohngerechtigkeit und Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich, sowie für eine angemessene Grundsicherung für Erwerbslose sowie Zugang zu Qualifizierungsmaßnahmen für alle einzutreten.

    Was Frauen brauchen sind

    • verbindliche Tarifverträge und
    • verpflichtende Gleichstellungsgesetze mit Sanktions-Mechanismen,
    • Arbeitszeitverkürzung für alle bei vollem Lohnausgleich.

    Verstärkt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise, aber auch durch die Veränderungen der Medien und die Anwendung neuer Technologien, befinden sich die Arbeitsplätze im Medien- und Kunstbereich seit Jahren in einem Umbruch. Diese Zeit hätte sehr gut genutzt werden können, um eine frauenfreundliche Arbeitswelt zu etablieren und die Geschlechtergerechtigkeit in Verlagen, Rundfunk und Theatern zu unterstützen: Flexible Arbeitszeiten, die mehr Raum für Familie und kulturelle Interessen ermöglichen; neue Arbeitsformen, die das Miteinander zwischen Frauen und Männern solidarischer und gerechter gestalten.

    Stattdessen

    • hat die Verdichtung der Arbeit zulasten der Gesundheit zugenommen,
    • wurden Mitbestimmungsrechte stark beschnitten, insbesondere durch Ausgliederungen von Betriebsteilen, Leiharbeit, befristete Arbeitsverträge und Tarifflucht,
    • wird Kreativität durch forcierte Zukunftsangst blockiert.

    Elternzeit, Pflegezeit, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz – es hat in den letzten Jahren eine Reihe von gesetzlichen Initiativen und Erlassen gegeben, die Frauen zu Gute hätten kommen können. Doch sie wurden halbherzig ausgestaltet und umgesetzt und haben weder die Familie gefördert, noch die Gleichstellung voran gebracht. Im Gegenteil: Um in Führungspositionen zu gelangen und zu bleiben, müssen sich Frauen den patriarchalen Gepflogenheiten anpassen und in der Regel auf Kinder verzichten. Frauen, die sich für Kinder entscheiden, werden immer wieder nach Rückkehr aus der Elternzeit gekündigt und erhalten keinen Teilzeitarbeitsplatz. Nach wie vor werden Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt und werden durch das männlich dominierte Leistungsmodell nach wie vor finanziell ungerechtfertigt ungleich behandelt Ökonomische Unabhängigkeit ist aber der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben!