Konferenz 2011

    Frankfurter Rundschau

    Resolution

    Keine Kündigung, kein Tarifbruch bei FR zulassen

    Resolution
    der Bundesfachbereichskonferenz Medien, Kunst und Industrie
    am 16./17. April 2011 in Berlin

    Keine Kündigungen und keinen Tarifbruch bei der »Frankfurter Rundschau« zulassen

    Die Delegierten der Bundeskonferenz des ver.di-Fachbereichs 8 – Medien, Kunst und Industrie – verurteilen die Pläne, den größten Teil der Beschäftigten der kompletten Redaktion bei der »Frankfurter Rundschau« zu kündigen. Dreist ist das Vorhaben, mit einem offenen Tarifbruch mit einem Teil der Beschäftigten in ausgelagerten Gesellschaften neue Arbeitsplätze anzubieten; teilweise sogar im entfernten Berlin. Die »Frankfurter Rundschau« wäre publizistisch demontiert und es würde gleichzeitig eine umfassende Abwertung der Beschäftigungsbedingungen stattfinden.

    Die Anteilseigner der »Frankfurter Rundschau« – der Medienkonzern M.DuMont-Schauberg und die SPD-Medienholding DDVG – werden aufgefordert, sich an den bei der »Frankfurter Rundschau« geltenden Haustarifvertrag zu halten, der Ausgliederungen und Abspaltungen verbietet. Die Beschäftigten der »Frankfurter Rundschau« haben durch jahrelange Verzichte in erheblichem Maß zum Erhalt der Zeitung und des Druckhauses beigetragen und dürfen nun nicht betrogen werden. Die Bundesfachbereichskonferenz erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen und unterstützt den berechtigten Widerstand der Kolleginnen und Kollegen.

    Das Unternehmen und seine Gesellschafter sind deshalb aufgefordert, mit ver.di endlich ernsthaft zu verhandeln, wie Kündigungen verhindert werden können, der Haustarif erhalten bleibt und damit Redaktion, Verlag und Druck als einheitlicher Betrieb erhalten werden kann. Die geplanten Entlassungen und die von DuMont und der SPD angestrebte Tarifflucht sind nicht akzeptabel.

    Ziel muss es dabei auch sein, die Bedeutung der »Frankfurter Rundschau« als überregionale Zeitung zu erhalten. Die Pläne, große Teile der Mantelredaktion nach Berlin zu verlagern und dabei personell auszubluten, sind eine Demontage der »Frankfurter Rundschau«, für die dadurch nicht wieder gut zu machender publizistischer Schaden entstehen würde.