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    Die Macht der Medien

    Die Macht der Medien

    Wenn inszenierte Wirklichkeit wahr wird

    Medienpolitische Tagung

    11. - 13. Oktober 2013 | Lage-Hörste

    Auf die »Machtergreifung« durch die Nationalsozialisten vor 80 Jahren folgte die »Gleichschaltung«. Diese zog sich durch alle Lebensbereiche – auch die Medien. Die Folge: Die Pressefreiheit war abgeschafft, die Funktion der Medien als »vierte Gewalt« im Staat hinfällig geworden. Wo es keine Demokratie mehr gab, durfte es auch keinen Journalismus mehr geben, der dieser hätte dienen können. Medien waren von nun an Propaganda – eine staatliche Inszenierung mit gewaltigem Einfluss.

    Auch heute machen Medien Meinung und inszenieren Wirklichkeit – unter gänzlich anderen Bedingungen. Doch was macht Medien so wirkungsstark? Warum liegen Journalismus und Propaganda so nahe beieinander? Und wie unabhängig Vielfältig sind unsere Redaktionen?


    Einführungsvorträge

    »Ich möchte einmal am Sender stehen« – die Arbeiter(radio)bewegung und die Medienpolitik in der Weimarer Republik
    Wie gestaltete sich in der Klassengesellschaft der Weimarer Republik der Machtkampf um die (neuen) Medien? Welche Interessen waren im Spiel? Welches Mediensystem fanden die Nazis in Folge bei der »Machtergreifung« vor?
    Karlheinz Grieger
    Bildungsreferent Bochum

    Ein Volk, eine Meinung, ein Volksempfänger? Die Rolle der Medien bei »Machtergreifung« und Machterhalt
    Die Nationalsozialisten erhielten tatkräftige Unterstützung durch die deutsche Presse. Später wurde der von Goebbels in Auftrag gegebene Volksempfänger zum Symbol für die mediale Meinungsmache im »Dritten Reich«. Welche Rolle spielten die Medien bei »Machtergreifung« und Machterhalt?
    Prof. Dr. Bernd Sösemann
    Arbeitsstelle für Kommunikationsgeschichte und angewandte Publizistik, FU Berlin

    Vorträge im Plenum

    Berichterstattung mit Schieflage: Wie Medien versteckt diskriminieren
    Vortrag über wiederkehrende Muster mehr oder weniger subtil diskriminierender Medienpraxis mit vielen Beispielen. Zudem werden konkrete Perspektiven eröffnet, wie gleichberechtigte Berichterstattung funktioniert, sowie Handlungsvorschläge gegeben, wie diese konkret erreicht werden kann.
    Noah Sow, Künstlerin
    Autorin »Deutschland Schwarz weiß«, http://www.NoahSow.de

    Von den Medien der Diktatur zu den sozialen Medien
    Welche Rolle spielten soziale Medien nach den arabischen Revolutionen und welche Entwicklungen gibt es bis heute?
    Zahi Alawi
    Journalist & Blogger, Leiter young media summit 2010 in Kairo

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – die Wirkungsmacht von Bildern
    Propaganda ist der gesteuerte Versuch, Meinungen zu formen – ob im »Guten« oder »Schlechten«. Bildmedien haben sich hier als besonders wirkungsvoll erwiesen. Wie also funktioniert Film- und Fotopropaganda? Ein visueller Exkurs
    Günter Zint 
    Pressefotograf

    Workshops

    Auf dem rechten Auge blind?
    Die Medien-Berichterstattung über den Rechtsextremismus

    Das jahrelang unentdeckte Treiben des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ist ein erschreckendes Beispiel für die fahrlässige Ignoranz gegenüber rechtsextremen Gefahren in Deutschland. Welchen Anteil tragen die Medien daran? Haben sie die »braune Gefahr« unterschätzt?
    Heike Kleffner
    freie Journalistin

    Rechtsextremismus im Internet und in sozialen Netzwerken – zwischen Wolf im Schafspelz und offenem Neonazismus
    Faschismus und Neonazismus treten im Internet und in sozialen Netzwerken einerseits unverhohlen offen, aber auch gut getarnt auf als Verfechter berechtigter sozialer Belange und Beschützer von Schwachen. Wie organisieren sich Rechtsextremisten im Netz? Wie tarnen sie sich, um ihr Gedankengut in die Gesellschaft zu bringen? Und welche Formen der Aufklärung und des Widerstandes sind möglich und erforderlich?
    Helgo Ollmann
    Medienpädagoge Solingen

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    Das vollständige Programm, der Ablauf und die Einzelheiten zur Anmeldung im Faltblatt, das hier als pdf-Datei eingestellt ist.