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    Apollo Optik: Auch 4. Verhandlungsrunde ergebnislos

    Apollo Optik: Auch 4. Verhandlungsrunde ergebnislos

    11. November 2013: Auch die 4. Verhandlungsrunde der Tarifverhandlungen zwischen ver.di und Apollo Optik endeten ergebnislos und ohne Vereinbarung eines weiteren Verhandlungstermins.

    Verknüpfung von Mantel- und Entgelttarifverhandlungen

    Die Arbeitgeberseite hatte in der letzten Verhandlungsrunde im Juli angekündigt, dass sie eine Kostenbelastung durch eine neue Urlaubsregelung und eine neue Entgeltstruktur von möglichen Entgeltanhebungen im Jahr 2014 in Abzug bringen wollen. Damit hat die Geschäftsführung die Haustarifverhandlungen mit Verhandlungen zu Entgeltanhebungen verknüpft. Sie waren aber zum damaligen Zeitpunkt nicht in der Lage, eine Aussage zu möglichen Entgeltsteigerungen für das Jahr 2014 zu machen, da die Budgetzahlen noch nicht vorlagen.

    Aus diesem Grund haben wir die Verhandlungen bis zum heutigen Tage ausgesetzt. Wir können nicht über Mantelveränderungen verhandeln, ohne zu wissen was dies für künftige Entgeltsteigerungen ab 2014 bedeutet.

    Auch in den heutigen Verhandlungen keine Datengrundlage

    In den heutigen Verhandlungen konnte die Arbeitgeberseite allerdings immer noch keine Zahlen vorlegen, da die Budgetplanung noch nicht abgeschlossen ist. Die Arbeitgeberseite wollte lediglich die bisher noch offenen Fragen aus den vergangenen Verhandlungsrunden besprechen. Dies ist allerdings wenig sinnvoll, da genau diese Fragestellungen mit künftigen Entgeltsteigerungen gegengerechnet werden sollen. Hierzu fehlt aber die notwendige Datengrundlage durch die noch nicht abgeschlossene Budgetplanung seitens der Arbeitgeberseite.

    Die Tarifkommission ist über diese Situation verärgert und hat der Arbeitgeberseite signalisiert, dass es aus ver.di Sicht kein gesteigertes Interesse an weiteren Manteltarifverhandlungen gibt.

    Nur zur Erinnerung:
    Die Arbeitgeberseite ist auf ver.di zugekommen und wollte Manteltarifverhandlungen mit uns führen, da die Altersstaffelung der Urlaubsregelung im Manteltarifvertrag nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes und des BAG gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstößt.

    Urlaubsanspruch geltend machen!
    Diese Rechtsprechung führt im Fall Apollo dazu, dass auch unter 35.-jährige Beschäftigte den maximalen Urlaubsanspruch für sich geltend machen können. Diesen Anspruch nicht verfallen zu lassen rät ver.di den Apollo-Beschäftigten auch ausdrücklich. Der maximale Urlaubsanspruch sollte formlos geltend gemacht werden. Hierzu kann unter:
    vdp.buv@verdi.de
    eine Mustergeltendmachung angefordert werden. Falls der Arbeitgeber diese Geltendmachung nicht akzeptiert, können ver.di Mitglieder mit kostenlosem Rechtsschutz diesen Urlaubsanspruch auch vor Gericht einklagen.

    Auch wenn sich abzeichnet, dass die MTV-Verhandlungen vorerst nicht fortgesetzt werden, ist die Frage der Tarifverhandlungen damit nicht dauerhaft beiseitegelegt. Im nächsten Jahr stehen die Entgelttarifvertragsverhandlungen an.

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    Die Information über die 4. Verhandlungsrunde kann als pdf-Datei hier geladen werden.