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    Tarifabschluss mit vielen Gewinnern

    Tarifabschluss mit vielen Gewinnern

    24-Stunden-Streik in Ingolstadt Ulrich Bareiß 24-Stunden-Streik in Ingolstadt: Audi ist dicht

    Einigung in der Metall- und Elektroindustrie – Viele ver.di-Mitglieder an Aktionen beteiligt

    In der Nacht vom 5./6. Februar 2018 wurde in der sechsten Verhandlungsrunde der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg ein Tarifabschluss erzielt. Der Tarifabschluss ist inzwischen von den bayerischen Tarifpartnern übernommen worden, ebenso im Tarifbereich Küste und in der Mittelgruppe mit Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

    Wie unser bayerisches ver.di-Mitglied der Tarifkommission der IG Metall, Ulrich Bareiß, berichtet, waren dem Ergebnis zwei Warnstreikrunden sowie ein 24 Stunden-Streik vorausgegangen. Daran haben allein in Bayern über 118.000 Beschäftigte teilgenommen, darunter auch viele ver.di-Mitglieder.

    Der Tarifvertrag hat nun eine Laufzeit von 27 Monaten, also vom 1. Januar 2018 bis zum 31. März 2020. Besonders positiv, so Bareiß, sei die tabellenwirksame Entgelterhöhung von 4,3 Prozent zu sehen, die ab 1. April 2018 in Kraft tritt. Für die Monate Januar bis März gibt es eine Einmalzahlung von 100 Euro.

    Weiter ist ab 1. September 2019 der Einstieg in eine flexible Arbeitszeit gelungen. Hier gibt es viele Rahmenbedingen zu betrachten, die näher zu erläutern sind. „Im Kern ist es so zu sehen, dass ein neuer Entgeltbestandteil in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsentgeltes eingeführt wurde sowie ein tarifdynamischer Festbetrag von 400 Euro, beides kommt im Juli eines Jahres zur Auszahlung. Wahlweise können die 27,5 Prozent in zusätzliche sechs freie Tage gewandelt werden. Acht freie Tage für die 27,5 Prozent gibt es für besonders belastete Personengruppen, also für Schichtler, zur Kindererziehung und zur Pflege. Und weiter haben alle Beschäftigten die Möglichkeit für zwei Jahre ihre Arbeitszeit auf 28 Stunden zu reduzieren. Im Gegenzug können dann mehr  Beschäftigte 40 Stunden arbeiten“, erklärt Bareiß den Tarifabschluss. „Hier wurden die Quoten neu geregelt (Quotenbetrachtung) oder es wird der Durchschnitt der Arbeitszeit betrachtet (Volumenbetrachtung).“

    Dazu gibt es allerdings laut Bareiß eine Einschränkung, nämlich eine umfassende Beschreibung der Zugangsberechtigung. Dies sei dabei zu beachten und betrieblich umzusetzen.

    „Der Tarifabschluss enthält noch ein Paket weitere Regelungen. So wurde der gekündigte Manteltarifvertrag mit kleinen Änderungen wieder eingesetzt. Es gibt Regelungen zum mobilen Arbeiten, die Azubi erhalten zweimal einen Vorbereitungstag vor der Prüfung frei, es gibt einen Tarifvertrag zu Langzeitkonten und flexibler Arbeitszeit und der Tarifvertrag zur Altersteilzeit wurde verlängert.“

    „Wenn all dies betrachtet wird“, resümiert Bareiß, „gibt es für den Tarifabschluss nur Gewinner. Die Gewerkschaft und Arbeitnehmer, weil sie einen Reallohnzuwachs und den Einstieg in eine lebensphasenorientierte Arbeitszeit erreichen konnten. Die Arbeitgeber, weil die lange Laufzeit Planungssicherheit bedeutet und das Paket der weiteren Regelungen mehr Flexibilität erlaubt.“