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    »Gemeinsam gegen Hass und rechte Gewalt«

    »Gemeinsam gegen Hass und rechte Gewalt«

    VS und PEN
    fordern Politik zu entschlossenem Handeln auf

    Berlin/Darmstadt, 17. August 2015: »Mit Schrecken und Entsetzen haben wir den heimtückischen Brandanschlag auf den Wohnsitz des Künstler-Ehepaares Lohmeyer zur Kenntnis nehmen müssen«, erklären die Vorstände des Verbandes deutscher Schriftsteller und des PEN sowie deren Mitglieder.

    Die Schriftstellerin Birgit Lohmeyer und ihr Mann wohnen seit 2004 in einem ehemaligen Forsthof in Jamel (Landkreis Nordwestmecklenburg). In der Nacht vom 13. August wurde die dazugehörige reetgedeckte und mehr als 150 Jahre alte Scheune vorsätzlich durch Feuer zerstört. Brandbeschleuniger wurden am Tatort gefunden; Ermittler vermuten ein rechtsradikales Motiv. Schon im Jahr 2007 berichteten die Medien, dass Jamel »in der Hand von Neonazis« ist.

    Unterschiedliche Formen der Einschüchterung mit dem Ziel der Vertreibung wurden schon bald mit dem Zuzug der Lohmeyers praktiziert; sie haben jetzt eine neue lebensbedrohliche Dimension angenommen. Zu begrüßen ist, dass der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern Lorenz Caffier sich schnell und eindeutig geäußert hat.

    »Mit diesem heimtückischen Anschlag hat die in der letzten Zeit drastisch anwachsende Zahl von rechtsradikalen, rassistischen und fremdenfeindlichen Angriffen einen neuen unerträglichen Höhepunkt erreicht«, erklärte die VS-Vorsitzende Eva Leipprand.

    PEN-Präsident Josef Haslinger stellt fest: »Nun, da man beginnt, denen, die gegen Rassismus auftreten, das Haus anzuzünden, ist wohl der Punkt erreicht, an dem es jedem friedliebenden Bürger dämmern muss: Das geht uns alle an. Hier wird keine abweichende Meinung mehr geduldet, hier bildet sich erneut jene Kultur der politischen Gewalt heraus, die Deutschland schon einmal zugrunde gerichtet hat.«

    Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller appellieren an die Politiker und insbesondere die Bundesregierung sowie die Landesregierungen, endlich entschieden gegen Neonazis und alle Formen rassistischer und fremdenfeindlicher Gewalt vorzugehen. Hier werden die Grundwerte einer toleranten und demokratischen Gesellschaft angegriffen. Es gilt jetzt, Präsenz zu zeigen, damit kein Flächenbrand entsteht, der nicht mehr gelöscht werden kann.

    Außerdem fordern die Schriftstellerverbände auch zu praktischer Solidarität mit dem Ehepaar Lohmeyer auf. Auf der Homepage des VS (http://vs.verdi.de) gibt es weitere Informationen und Angaben zu einem Spendenkonto.

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    Die gemeinsame Medieninformation des VS und des PEN-Zentrum Deutschland vom 17. August 2015 kann als pdf-Datei hier geladen werden.

    Pressekontakt

    Heinrich Bleicher-Nagelsmann ver.di – Bereich Kunst und Kultur
    TEL +49.30.6956-2327  |  e-Mail kulturpolitik@verdi.de
    Gegen rechte Gewalt | ver.di Bereich Kunst+Kultur HBN Gegen rechte Gewalt