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    Nein zum Buch »Der Kulturinfarkt«

    Nein zum Buch »Der Kulturinfarkt«

    Propagierte Kürzung gefährdet Bestand und Entwicklung

    Berlin, 19. März 2012: »Kunst und Kultur sind unverzichtbare Innovationskräfte unserer Gesellschaft. Sie befördern in entscheidendem Maß die Auseinandersetzung aber auch die Identifikation mit der eigenen Geschichte«, erklärte Regine Möbius, Kunst und Kulturbeauftragte der ver.di, anlässlich der Veröffentlichung des Buches »Der Kulturinfarkt«. Die dort propagierte Kürzung der Kulturfinanzierung sei grundlegend falsch und gefährde sowohl den Bestand als auch Entwicklungsmöglichkeiten.

    Die breite Förderung von Kunst und Kultur sei auch weiterhin entscheidende Voraussetzung für kulturelle Vielfalt und die Möglichkeit zum konstruktiven Diskurs sowie der Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Realität. Dies beinhalte auch immer den Mut zu haben, ein produktives Chaos zu fördern. Eine nur an Gewinnerwartungen ausgerichtete stromlinienförmige Produktion von Kunst und Kultur verfehle ihre Aufgabe. Deshalb lehnten ver.di.-Künstlerinnen und Künstler das gefährliche Mantra: Kultur muss den Euro klingeln lassen, ab.

    »Wir sollten uns darüber im Klaren sein«, so Möbius, »dass es diese produktive und oft irrationale Auseinandersetzung ist, die den Blick einer Gesellschaft weitet, die junge Menschen zu starken, widerständigen Persönlichkeiten mit eigenen Ansichten, Werten und Visionen formt. Wir brauchen in unserem Land, in unserer Gesellschaft kreative, originelle Persönlichkeiten. Die kann man nicht züchten über eine in erster Linie markttaugliche Kunst und Kultur. Sie bilden sich heraus in der Auseinandersetzung mit sich selbst, mit einer breiten substantiellen und immer wieder auch ungewöhnlichen Kunst und Kultur«.

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    Die Medieninformation der Kunst- und Kulturbeauftragten der ver.di vom 19. März 2012 kann als pdf-Datei hier geladen werden: