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    Madsack-Konzern: Streikbereite verlieren Job

    Madsack-Konzern: Streikbereite verlieren Job

    02.07.2014

    Schließung vom Service-Center:
    Madsack-Konzern raubt streikbereiten Beschäftigten den Job

    »Die Schließung nach mehr als 120 Streiktagen ist die zynische Machtdemonstration eines Konzerns, der seine Gewinnmargen durch Tarifflucht und Niedriglöhne sichern will«, sagte Frank Werneke, stellvertretender Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), zu den Dienstag bekannt gewordenen Plänen der Hannoverschen Madsack-Mediengruppe, das dortige Kunden-Service-Center (KSC) zu schließen. Rund 100 Beschäftigte, die für die »Hannoversche Allgemeine« und andere Konzernzeitungen den Telefonservice für Anzeigenkunden und Abonnenten erbringen, verlieren nun ihren Arbeitsplatz.

    Vor zwei Jahren hatte der Konzern angekündigt, das KSC zum führenden Servicecenter der Zeitungsbranche ausbauen zu wollen. Als jedoch die Beschäftigten nach mehr als zehn Jahren ohne Lohnerhöhung begannen, für den Abschluss eines Tarifvertrages zu streiken, verlagerte Madsack Aufträge in andere Callcenter. »Hier bekämpft ein Konzern mit frühkapitalistischen Methoden Beschäftigte, die sich für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen einsetzen«, sagte Werneke zu den nun verkündeten Arbeitsplatzverlusten.

    Die Auseinandersetzung im Hannoveraner KSC ist der längste Streik, der jemals in einem deutschen Zeitungskonzern geführt wurde. Erst nach mehr als 80 Streiktagen war die Geschäftsführung überhaupt bereit, mit ver.di Tarifverhandlungen zu führen. Diese waren jedoch schon nach kurzer Zeit abgebrochen worden, weil auf Arbeitgeberseite trotz weit reichender gewerkschaftlicher Kompromissangebote kein Einigungswille vorhanden war.

    Die Madsack-Mediengruppe, die derzeit ein konzernweites Sparprogramm (»Madsack 2018«) umsetzt, bei dem in fünf Jahren die jährlichen Kosten um 40 Millionen Euro gesenkt werden sollen, gibt 18 regionale Tageszeitungen mit einer täglichen Gesamtauflage von 940.000 Exemplaren sowie 37 Anzeigenblätter heraus. Sie ist außerdem Miteigentümerin von regionalen Radio- und Fernsehsendern sowie privaten Postdienstleistern. Unter den insgesamt 28 Kommanditisten des Konzerns haben die SPD-Medienholding ddvg und Sylvia Madsack die größten Besitzanteile.

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