Veranstaltungen

    Journalismus in vernetzten Zeiten

    17.10.2014 – 19.10.2014IMK, 32791 Lage-Hörste, Teutoburger-Wald-Str. 105

    Journalismus in vernetzten Zeiten

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    Veranstaltung des IMK Lage-Hörste in der Reihe »Mehr Demokratie wagen« IMK Medienpolitische Tagung

    Alle hören mit – und wen interessiert’s?

    Medienpolitische Tagung
    17.-19. Oktober 2014

    Der erst durch die investigative Arbeit internationaler Medien aufgedeckte NSA-Skandal hat ein ungeahntes Ausmaß an staatlicher Datensammelei offenbart. Die Kommentare in der Presse hatten einen einhellig empörten Tenor, während die öffentliche Gegenwehr eher verhalten blieb angesichts der Dimension der Datenerfassung. Und auch die großen Digitalkonzerne wie Google, Facebook und Apple bestimmen und speichern unser Leben Schritt für Schritt – mit unserem Wissen und stillem Einverständnis.

    Was bedeutet das für zeitgemäßen Journalismus? Wie verändert sich unser Arbeiten angesichts der Datenkraken, die uns fest im Griff haben? Wie schützen wir unsere Daten und Quellen? In diese und andere Fragen bietet die Tagung Einblick. In Vorträgen und Workshops sollen Zusammenhänge und Lösungen gemeinsam erörtert werden.

    In diese und andere Fragen bietet die Tagung, die sich in erster Linie an Journalistinnen und Journalisten richtet, Einblick. In Vorträgen und Workshops sollen Zusammenhänge und Lösungen gemeinsam erörtert werden.

    Freitag, 17. Oktober 2014

    18.00 Uhr: Abendessen

    19.00 – 21.00 Uhr

    • Begrüßung
      Josef Peitz
      Leiter Bildungszentrum Lage-Hörste
      Karlheinz Grieger
      Tagungsleitung

    • Einführungsvortrag
      NSA, Google und Co.: Wie steht es um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung?
      Befreundete Regierungen überwachen das Kanzlerinnen-Handy und die Telekommunikation Millionen Deutscher. Google, Facebook und Apple dominieren das Leben mit dem Internet – und erfassen und vernetzen Nutzungsdaten ohne Unterlass. Was nutzt da das vom Bundesverfassungsgericht postulierte Recht auf informationelle Selbstbestimmung? Was besagt es? Und welche Rechte haben wir eigentlich (noch)?
      Thilo Weichert
      Datenschutzbeauftragter Schleswig-Holstein

    Samstag, 18. Oktober2014

    Vorträge und Diskussion im Plenum

    • Gefällt mir (nicht): Das Social Web als Spannungsfeld zwischen Selbstoffenbarung und Datenschutz
      Weltumspannende, private Digitalkonzerne erfassen lückenlos das Alltagsleben ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Trotz der Sorge um ihre eigene Privatsphäre ist die große Masse der Bürgerinnen und Bürger bereit, sich auf Facebook, Apple und Google mit Leidenschaft einzulassen. Warum geben wir in sozialen Medien vielfach private und teilweise sogar intime Informationen über uns preis? Und was passiert in unseren Köpfen, dass uns die Gefahren komplett ausblenden lässt?
      Philipp K. Masur
      Medienpsychologie Uni Hohenheim

    • Willkommen in der Parallelwelt: Haben Journalistinnen und Journalisten den Anschluss an die digitale Realität verloren?
      Der mediale Aufschrei ist stets groß, wenn Datenskandale an die Öffentlichkeit gelangen, die digitale Privatsphäre in Gefahr ist. Doch spiegeln Journalistinnen und Journalisten überhaupt noch wider, was die Menschen hierüber denken? Haben sich Bürgerinnen und Bürger nicht längst freiwillig ihrer informationellen Selbstbestimmung entledigt?
      Johannes Boie
      Süddeutsche Zeitung
    • Cybercrime, Social Media und investigative Recherche
      Jährlich 2 Millionen Euro erbeuteten Cyber-Kriminelle mit ihrem Facebook-Coup. Als Social-Media-Experten verschleierten sie akribisch ihre Identität. Und doch konnten sie anhand ihrer Datenspuren im Netz aufgespürt und enttarnt werden. Cybercrime-Fahnder lassen sich normalerweise nicht detailliert in die Karten schauen, aber in diesem Fall war das anders. Die Vorgehensweise der Ermittler gibt wertvolle Hinweise für die journalistische investigative Recherche und zeigt uns zugleich das Potenzial der Datenspuren, die wir hinterlassen.
      Uwe Sievers
      Dozent und IT-Journalist

    Workshops

    • Whistleblowing: Eine(r) für alle, alle gegen eine(n)?
      Manchmal bedarf es eines »Verrats«, um gut gehütete Geheimnisse aus den Tiefen einer Organisation oder eines Unternehmens in die Öffentlichkeit zu tragen und damit für mehr Transparenz zu sorgen. Doch was der Demokratie dient, schadet den „Whistleblowern“ oft persönlich. Mit welchen Konsequenzen haben sie zu rechnen? Und warum ist das so?
      Inge Hannemann
      Jobcenter Hamburg-Altona, Bloggerin und Whistleblowerin

    • Der schwierige Weg zur Transparenz: Wie man geheime Dokumente an den Mann bzw. die Frau bringt
      Was nutzt die Kenntnis des explosivsten Geheimnisses, wenn es keinen Weg in die Öffentlichkeit findet? Wikileaks, Openleaks und Co. leben deshalb von Medienpartnern, die die Geheimnisse sichten, bewerten und veröffentlichen. Wie arbeiten investigative Journalistinnen und Journalisten in einem solchen Umfeld? Ein realer Einblick.
      N.N.

    • Meine Daten und die Daten anderer schützen: Schutzsysteme nutzen, sichere Verbindungen aufbauen
      Auch wenn uns staatliche oder kommerzielle Datenerfassung umgibt, ist sicheres Fortbewegen und Kommunizieren im Internet nicht unmöglich. In einem praktischen Workshop wird untersucht und vermittelt, wie und warum man seine Spuren im Netz verwischen, Informationen verschlüsseln und vor dem Zugriff anderer schützen sollte.
      Helgo Ollmann
      Medienpädagoge

    Sonntag, 19.10.2014

    9.00 Uhr – 12.00 Uhr

    • Berichterstattung
      aus den Workshops

    • Zusammenfassung, Denkanstöße und Schlussfolgerungen
      Uli Janßen
      dju-Bundesvorsitzender

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    Weitere Informationen und Online-Anmeldung: [LINK]

    Die Teilnahme ist für ver.di-Mitglieder kostenfrei. Reisekosten werden nicht erstattet.

    Eine Veranstaltung aus der Reihe »Mehr Demokratie wagen« des Instituts für Bildung, Medien und Kunst in Lage Hörste.