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    Berliner Klimaforschungsinstitut: Klimaschutz und Armutsbekämpfung …

    Berliner Klimaforschungsinstitut: Klimaschutz und Armutsbekämpfung gut vereinbar

    Studie in Fachzeitschrift veröffentlicht - ver.di: Mindestpreise für Flüge für soziale und ökologische Standards - Städte als Klimapioniere

    Ein Forschungsteam des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) und 16 weitere wissenschaftlicher Einrichtungen in Europa, Amerika und Asien, darunter die US-Spitzenunis Princeton, Harvard und Berkeley sagen: "Der Kampf gegen die Erderhitzung und das Zurückdrängen der Armut auf der Welt sind auch kurzfristig vereinbar: Für beides kann es sich lohnen, Treibhausgas-Emissionen und damit fossile Brennstoffe schnell und drastisch zu verteuern. Zwar zeigen häufig verwendete Rechenmodelle hier einen Zielkonflikt – doch der löst sich auf, wenn man die Rückverteilung der Einnahmen miteinbezieht."

    Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht. Ansatzpunkt der Untersuchung sind die etablierten Kosten-Nutzen-Modelle zu „optimaler Klimapolitik“. Demnach tragen die Einkommensärmeren von heute stets einen Teil der Lasten der Klimapolitik, etwa höhere Preise für Sprit und Heizung. Die Menschen von morgen hingegen profitieren von vermiedenen Klimaschäden. Aus diesem Zielkonflikt ergibt sich in den etablierten Modellen ein optimaler Zeitpfad, bei dem man eine bestimmte Begrenzung der Erderhitzung – bei generationenübergreifender Betrachtung und aus sozialpolitischer Sicht – am günstigsten erreicht.

    „Im Ergebnis haben diese Modelle quasi eine eingebaute Empfehlung gegen rasches Handeln“, sagt Simon Feindt, Doktorand in der MCC-Arbeitsgruppe Governance und Co-Autor der Studie. „Doch sie haben eine Leerstelle: Sie ignorieren, dass eine sozial ausbalancierte Klimapolitik Einkommensarme auch kurzfristig besserstellen kann.“

    Wie das geht, macht die Studie an einem einfachen Szenario deutlich: Die Welt würde die Erderhitzung auf 2 Grad begrenzen, und zwar ausschließlich über eine in allen Ländern einheitliche Steuer auf fossile Brennstoffe – und die kompletten Einnahmen jedes Landes würden als einheitliche Pro-Kopf-Zahlung an die jeweilige Bevölkerung zurückgegeben. Wie eine derartige Steuer in den jeweiligen Ländern wirkt, ermittelte das Autorenteam durch eine systematische Auswertung der entsprechenden Forschungsliteratur.

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    Die ETF und ver.di begrüßen den deutschen Vorschlag zu Minimumpreisen für Flugreisen

    Die Europäische Transportarbeiter Föderation und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßen den Vorschlag der zukünftigen Bundesregierung für einen Mindestpreis auf Flugtickets. Gleichzeitig fordern ETF und ver.di die zukünftige Bundesregierung auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Schaffung von Sozialstandards in der Airline-Branche für diesen Vorstoß ein maßgebender Teil ist.

    „Die Deregulierung und der enorme Verdrängungswettbewerb der letzten Jahrzehnte haben die Beschäftigten und ihre sozialen Standards in Lohn und Arbeitsbedingungen hart getroffen. Die künftige Bundesregierung steht in der Verantwortung, dies durch eine starke soziale Komponente in den Mindestpreisen zu ändern“, betont Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende. Damit soll auf soziale und ökologische Aspekte fokussieren werden.

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    Sind Städte Klimapioniere? IRS/Animaflora PicsStock/stock.adobe.com Sind Städte Klimapioniere?

    „Sind Städte Klimapioniere?“ - Neue Ausgabe des Magazins IRS aktuell beleuchtet Rolle von Städten in der Klimapolitik

    Wer treibt Klimapolitik voran? Nach dem Gipfel von Glasgow und nach dem Abschluss des Ampel-Koalitionsvertrages stellt sich diese Frage erneut dringlich. Oft werden Städte und Stadtstaaten als Klimapioniere gehandelt, die dort neue Standards setzen, wo nationale Regierungen sich schwertun, etwa im Verkehrsbereich.

    Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) forscht seit Jahren zur räumlichen Organisation der Energiewende und zu klimapolitischer Steuerung. In Ausgabe 97 seines Magazins „IRS aktuell“ berichtet das Institut nun über Ergebnisse seiner Forschung zur Rolle von Städten in der Klimapolitik. Das Magazin erscheint online und als Print und ist kostenlos beziehbar.

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    sus

    Zur aktuellen Ausgabe von Industrie-Report/mti-Info

    Titelseite Industrie-Report 48
    © ver.di/einsatz Wolfgang Wohlers