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    Europa first? Diskussionen auf der Hannover Messe

    Europa first? Diskussionen auf der Hannover Messe

    Hannover Messe 2019 Ulrich Bareiß Hannover Messe 2019

    Schwerpunkte: Künstliche Intelligenz, voll vernetzte Industrie, autonomes Fahren und die Veränderung des Arbeitsalltags durch den digitalen Wandel

    Die Hannover Messe, die größte Industriemesse der Welt mit 6.500 Ausstellern aus 75 Nationen, hatte dieses Jahr den Schwerpunkt auf Zukunftsthemen wie künstliche Intelligenz, voll vernetzte Industrie, autonomes Fahren und die Veränderung des Arbeitsalltags durch den digitalen Wandel.

    Fast acht Jahre gibt es den Begriff Industrie 4.0 schon und die Plattform Industrie 4.0 hat auf ihrer diesjährigen Konferenz das Leitbild 2030 für Industrie 4.0 vorgestellt. Dazu gab es klare Worte.

    Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, betonte, dass es Deutschland gelungen sei, den Begriff Industrie 4.0 international zu besetzen. Man denke offen und global und bindt alle Unternehmen ein. Mittlerweile gibt es 25 regionale Kompetenzzentren für den Mittelstand.  Die Frage der Zukunft wird sein, wer hat die Wertschöpfung und damit den Wohlstand. Dies machte er am Beispiel der PKW Oberklasse fest, wo heute 80 Prozent der Wertschöpfung in Europa stattfindet. Was aber, wenn die Batterie aus China und die IT aus den USA kommt? Was bleibt dann noch? Altmaier forderte eine Batteriezellproduktion in Europa, sowie die Anwendung von KI. So wie es gelungen ist mit Airbus einen europäischen Luftfahrtkonzern zu etablieren, so schwebt Altmaier dies auch bei der Batterieproduktion vor.

    Auch Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung  forderte eine Strategie für die Industrieelektronik und mahnte an, dass ein Niedergang wie bei der Unterhaltungselektronik nicht passieren dürfe. Deutschland müsse sich die industriellen Schlüsselbereiche sichern und sich nicht allzu abhängig vom außereuropäischem Ausland machen. Made in Germany müsse das Qualitätssigel für vertrauenswürdige Elektronik sein. Dazu bedürfe es auch einer europäischen Plattform für das IoT (Internet of things).

    Ulrich Bareiß

    In der nächsten Ausgabe von Industrie-Report/mti-Info nach den Konferenzen des Fachbereichs Medien, Kunst und Industrie und der Meister*innen, Techniker*innen, Ingenieur*innen (mti) Anfang Mai folgt ein ausführlicher Bericht von der Hannover Messe.