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    Zu den Trilog-Verhandlungen

    Zu den Trilog-Verhandlungen

    Initiative Urheberrecht erwartet wesentliche Verbesserungen der Rechts- und Vertragslage der Kreativen und der Kulturwirtschaft in Europa – die Richtlinie muss jetzt beschlossen werden!

    Presseerklärung der Initiative Urheberrecht vom 7. Februar 2019

    Die Initiative Urheberrecht, die über ihre über 35 Mitgliedsorganisationen rund 140.000 Urheberinnen/Urheber und Künstlerinnen/Künstler in Deutschland vertritt, begrüßt die Fortschritte in Rat und Parlament bei der Vorbereitung der Beschlussfassung über die EU-Urheberrechtsrichtlinie.
    Nach Beilegung der schwer verständlichen Differenzen zwischen Deutschland und Frankreich erwarten die Urheberinnen/Urheber und ausübenden Künstlerinnen/Künstler in Deutschland und Europa am 8. Februar 2019 und am 11. Februar 2019 konstruktive Beschlüsse im Ministerrat und im folgenden Trilog zwischen Rat, Parlament und Kommission.

    Die Richtlinie schafft wesentliche Grundlagen zur oft versprochenen Verbesserung der Rechts- und Vertragslage der Kreativen und der Kulturwirtschaft in Europa:

    • 1.     Die rechtliche Position der Presseverlage und der Journalistinnen/Journalisten wird durch die Einführung eines Leistungsschutzrechts in Art. 11 gegenüber den monopolistischen Plattformen wie Google gestärkt; neue Einnahmequellen werden eröffnet, an denen auch die Journalistinnen/Journalisten teilhaben werden.

    • 2.     Die offenen Fragen der Zusammenarbeit von Autorinnen/Autoren und Verlagen bei der Verteilung von Vergütungen aus der privaten Vervielfältigung in gemeinsamen Verwertungsgesellschaften werden eindeutig geklärt: die Zusammenarbeit wird in Art. 12 auf eine sichere Rechtsgrundlage gestellt.

    • 3.     Plattformen wie Youtube und Facebook, die in größtem Umfang und mit Milliardengewinnen geschützte Werke zugänglich machen, werden zukünftig in Art. 13 verpflichtet, mit Urheberinnen/Urhebern und Rechtsinhabern Nutzungsverträge abzuschließen und diese an ihren Gewinnen zu beteiligen. Auf dieser Basis können Nutzerinnen/Nutzer der Dienste auch weiterhin ungestört ihre Informationen für private Zwecke verbreiten: die Plattformen kommen für sie auf.
      Wer behauptet, Filtersysteme seien nunmehr unumgänglich, täuscht die Öffentlichkeit. Auf Grundlage dieser Regelungen werden zukünftig Urheberinnen/Urheber, ausübende Künstlerinnen/Künstler und die Kulturwirtschaft an den Gewinnen beteiligt, der gegenwärtig beklagte »Value Gap«, bei dem Gewinne allein in die Taschen der Plattformen fließen, wird geschlossen.

    • 4.     Die vertragliche Situation der Urheberinnen/Urheber und Künstlerinnen/Künstler in Europa gegenüber ihren Verwertern wird durch urhebervertragliche Regelungen in Art. -14 – 16, die auf dem deutschen Urhebervertragsrecht basieren, entscheidend verbessert. Grundsatz ist: die Kreativen werden für alle Nutzungen ihrer Werke und Leistungen angemessen vergütet.
      Wer sich, wie neuerdings Teile der Kulturindustrie, entgegen den guten Erfahrungen in Deutschland, gegen diesen Grundsatz stellt, hat immer noch nicht verstanden, wie wichtig die faire Zusammenarbeit auf gesicherter Grundlage für die Entstehung von europäischen Werken und Leistungen ist, auf denen der Erfolg der wichtigen Kulturwirtschaft in der EU beruht.
    Initiative Urheberrecht: Kreativität ist was wert ver.di Kreativität ist was wert


    Wir fordern deshalb alle Beteiligten in Brüssel dringend zu konstruktiver Zusammenarbeit auf der Grundlage der vorliegenden Vorlagen und zur zügigen Verabschiedung der Richtlinie auf.

    Prof. Dr. Gerhard Pfennig
    Sprecher der Initiative Urheberrecht

    Zur Internetseite der Initiative

    Bitte beachten Sie

    auch die ebenso beigefügte Erklärung, die
    14 internationalen Zusammenschlüsse von Urheberinnen/Urhebern und Künstlerinnen/Künstlern aller Branchen der Kultur, Kreativ- und Medienszene heute in Brüssel veröffentlicht haben.

    Auch sie fordern alle Beteiligten zu einer schnellen Einigung auf und weisen darauf hin, dass die
    Artikel -14 – 16 keinesfalls eingeschränkt werden dürfen, sondern im Sinne der Kreativen formuliert sein müssen.

    Die Absender sind:

    • Association of European Performers’Organisations
    • International Council of Music Creators
    • International Confederation of Societies of Authors and Composers
    • European Composer & Songwriter Alliance
    • European Visual Artists
    • European Writers' Council
    • Federation of European Film Directors
    • International Federation of Actors
    • International Federation of Musicians
    • Federation of Screenwriters in Europe
    • International Artists Organisation
    • UNI MEI
    • Society of Audiovisual Authors
    • Writers & Directors Worldwide


    Downloads

    Die Pressemeldung der Initiative Urheberrecht und die gemeinsame Erklärung der 14 internationalen Zusammenschlüsse von Urheberinnen/Urhebern und Künstlerinnen/Künstlern vom 7. Februar 2019 können als pdf-Dateien hier geladen werden: