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    Bayern: Bessere Corona-Soforthilfen für Selbstständige!

    Bayern: Bessere Corona-Soforthilfen für Selbstständige!

    Bayern muss sich auch für prekäre Freiberufler stark machen, fordert ver.di

    Was zunächst als starke Aufstockung der staatlichen Corona-Hilfen für Freelancer in Bayern daherkam, entpuppt sich als fatal für viele Betroffene: »Die erhöhte Förderung für Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten, also auch von Solo-Selbstständigen, auf bis zu maximal 9.000 Euro kommt bei den meisten Bedürftigen nicht an«, berichtete Agnes Kottmann von ver.di Bayern.

    Man könne nur fortlaufende Betriebskosten beantragen und wenn diese wegen der Corona-Krise und des Auftrags- und Einkommens-einbruchs nicht mehr bezahlt werden können. Beispielhaft aufgezählt sind in den Erläuterungen dazu Leasingraten für einen Firmen-wagen oder Mieten beziehungsweise Pacht für gewerbliche Räume. »Freiberufler in Kunst, Kultur, Medien und Bildung, die in den meisten Fällen von zuhause aus arbeiten, können die Miete für die private Wohnung, die gleichzeitig Betriebsstätte ist, jedoch nicht in die Antragssumme einfließen lassen. Darüber hinaus fehlen die ausgefallenen Einnahmen jetzt auch für den Lebensunterhalt und für eventuell nötige Investitionen in die Existenzsicherung, zum Beispiel bei einem defekten PC«, so die Gewerkschafterin weiter.

    ver.di fordert deshalb, dass mit der bayerischen Soforthilfe ebenfalls Honorar- und Einkommensverluste kompensiert werden müssen, mit denen der Lebensunterhalt bestritten und dringende, nicht fortlaufende Betriebsausgaben bezahlt werden. Das gelte ganz besonders in den teuren bayerischen Ballungsräumen. »Wir erwarten insbesondere von den Oberbürgermeistern der größeren Städte mit hohen Mieten und Lebenshaltungskosten, dass sie sich nicht nur für ein besseres Kurzarbeitergeld für festangestellt Beschäftigte einsetzen, sondern sich auch für eine existenzsichernde Unterstützung der Freiberufler und Selbstständigen engagieren«, appelliert Doris Wiedemann von der Landeskommission Selbstständige in ver.di Bayern. Darüber hinaus müssen staatliche Corona-Kreditprogramme für Solo-Selbstständige zu 100 Prozent verbürgt werden, weil Banken in der Regel bei einer als Risikogruppe geltenden Klientel, die oftmals berufsbedingt keine regelmäßigen Einkünfte hat, keinerlei Risikoanteil übernehmen, sind sich beide Gewerkschafts-frauen einig.

    Die Alternative Grundsicherung beziehungsweise in Hartz IV als letztes Auffangbecken ist ein schwacher Trost. Das träfe auch viele als »systemrelevant« anerkannte freie Journalistinnen und Journalisten oder selbstständige Lehrkräfte. »Auch von der Corona-Krise betroffene persönlich haftende Kleinstunternehmer nicht nur in Kultur und Medien haben etwas Besseres verdient«, erklärte Kottmann. Ihnen drohe die Insolvenz, wenn sie ihre privaten Lebenshaltungskosten nicht mehr mit ihren beruflichen Einnahmen finanzieren könnten. Sie seien unverschuldet in die Krise geraten und haben genauso ein Recht auf wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung wie mittlere oder große Unternehmen und wie nicht persönlich haftende Geschäftsführer, deren Gehälter fortlaufende Betriebsausgaben sind und deshalb von den Soforthilfen gedeckt werden. »Wer sich mit der erfolgreichen Kultur- und Kreativwirtschaft als Wirtschaftsfaktor und Standortvorteil schmückt, sollte ihre aktiven, produktiven Trägerinnen und Träger jetzt nicht in den Ruin treiben, sondern existenziell absichern«, fordert Kottmann.

    Die Pressemeldung ...

    Fachbereich Medien, Kunst und Industrie der ver.di Bayern
    © ver.di

    … der ver.di Bayern vom 3. April 2020
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